Volver (R: Pedro Almodóvar, E 2006) ©universumfilm
Volver (R: Pedro Almodóvar, E 2006) ©universumfilm

Volver (E 2006)


Wenn verstorbene Verwandte uns heimsuchen, dann bringen sie auch die Lasten der Vergangenheit mit; den Schmerz, der mit ihnen zu begraben versucht wurde. Doch wenn sie, wie in Pedro Almodóvars Film tatsächlich auftauchen und im Friseursalon aushelfen, kann auch etwas geheilt, Unausgesprochenes gelöst und Frieden geschlossen werden. Wenn der Schauplatz des spanischen Dorfes schon die höchste Rate an wahnsinnigen Personen beheimatet und sich die Figuren um Raimunda (Penelope Cruz) und Sole (Lola Dueñas) sowieso schon am Rande des Nervenzusammenbruchs befinden, sodass die tatsächliche Auferstehung der Mutter glaubhafter erscheint als ein von vornherein nie passierter Tod, dann kann das Heimsuchen der Toten auch enorm witzig sein. Weinen dürfen Geister wohl nicht, sagt die auferstandene Mutter einmal. Gelacht werden darf jedoch, obwohl Almodóvar die Abgründe, die die permanente Farbe Rot uns warnend signalisieren will, irgendwann nicht mehr zu verstecken vermag. Schließlich hat VOLVER uns schon gezeigt, dass Begraben geglaubtes wieder seinen Weg nach oben finden kann.



von Roman Paul Widera