The Whispering Star (R: Sion Sono, J 2016) / ©rapideyemovie
The Whispering Star (R: Sion Sono, J 2016) / ©rapideyemovie

The Whispering Star (J 2016)


Sion Sonos neues Werk wirkt wie eine kinematografische Entgiftung. Der Farbe entzogen, lang ruhende Einstellungen, verlassene Schauplätze. Ein Science Fiction Film, der zu aller Zeit versucht seinen Fortschritt zu verstecken. Wir erfahren, dass die Menschen schon in der Lage waren zu teleportieren – zu Gesicht bekommen wir nur jene, bei denen die höchstentwickelte Technologie einzig zur Abkehr von dieser führte. Sie sind Fremdkörper in Geisterstädten und schicken sich antike Artefakte von Planet zu Planet, vielleicht auch nur, um etwas zu haben, auf das gewartet werden kann. Yoko liefert diese aus und besucht eine Stadt nach der anderen, liefert Erinnerungen an die letzten Menschen, die nur noch Umrisse sind, genauso fragil wie die Ruinen in denen sie stehen. Dabei nimmt sie ein Tagebuch auf, vermutlich auch nur, um die vergangene Zeit physisch auf Band erfahrbar zu machen. Nur Zeit bleibt, muss fühlbar sein, wenn sonst alles droht einzustürzen. Und was machen die Menschen, durch die Ruinen schreitend? Sie flüstern. Damit nicht noch mehr kaputtgeht.



von Roman Paul Widera