The Neon Demon (R: Nicolas Winding Refn, F/DK/USA 2016) ©kochmedia
The Neon Demon (R: Nicolas Winding Refn, F/DK/USA 2016) ©kochmedia

The Neon Demon (F/DK/USA 2016)


Die ganze Zeit fragt man sich, wer dieser Dämon ist, der sich in den hochgradig artifiziellen, in tiefrote und blaue Farbeimer getauchten Einstellungen versteckt. Ist es Elle Fanning, die sich nach ihrer ersten Modenschau von der Unschuld vom Lande zur berechnenden Verkäuferin ihres Gutes, der Schönheit, transformiert? Oder sind es die Konkurrentinnen (Kolleginnen gibt es dort keine), die sie immer tiefer in die Welt der perfekten Oberfläche hineinziehen und sie so zu einer der ihren machen? Vielleicht auch die Fotografen, Designer, Agenten. Sie müssen die Mädchen möglichst effizient ausschöpfen: Bucht dich ein Fotograf zu häufig, bedeutet es nur, dass du kurz vor dem Ablaufdatum stehst. Das Unheimliche und Böse spannt sich weiter aus, geht über die Figuren hinaus: Es ist die ganze Stadt. Los Angeles ist der Neon Demon, der mit seinem grellen Leuchten die Menschen wie sture Mücken zu sich lockt und dann auffrisst. Droht ein Mädchen zu hoch zu steigen, „großartig“ zu sein anstatt nur „gut“, dann fallen die schon Geschluckten darüber her.



von Roman Paul Widera