The Deer Hunter (R: Michael Cimino USA/GB 1978) ©kinowelt
The Deer Hunter (R: Michael Cimino USA/GB 1978) ©kinowelt

The Deer Hunter (USA/GB 1978)


Michael Cimino unterteilt sein dreistündiges Kriegsepos säuberlich in drei Teile: Angefangen in der Heimat, einer kleinen Arbeiterstadt im Osten der USA nimmt er sich lange Zeit, lässt die Freunde in Kneipen gehen, jagen, die Hochzeit eines Gruppenmitgliedes feiern. Dann folgt der Krieg, fast schlagartig. Das glühend-leuchtende Eisen im Stahlwerk weicht dem Napalm. Hier ereignen sich die Traumata – eine ‚Schlachtszene‘ gibt es nicht, THE DEER HUNTER zeigt keinen kriegerischen „combat“. Einzig das russisch Roulette erzählt den Kampf über das nackte Überleben und steht, ganz ohne die Kriegsbilder des Vietnamkonfliktes, für all seinen Schrecken. Dann kommen die Männer wieder nach Hause, doch obwohl die Erzählung nicht stoppt - ‚weiter‘ geht es eigentlich nicht mehr. Zu wem diese Menschen in diesem Krieg geworden sind, das lässt sich nicht mehr rückgängig machen, und die einst vertraute Heimat der USA verschafft keinerlei Linderung mehr. Dann sitzen sie wieder zusammen und singen „God Bless America“ – als bitterer Versuch sich zu erinnern wofür all das passiert ist.



von Roman Paul Widera