Mishima: A Life in four Chapters (R: Paul Schrader, J/USA 1985) ©thecriterioncollection
Mishima: A Life in four Chapters (R: Paul Schrader, J/USA 1985) ©thecriterioncollection

Mishima: A Life in Four Chapters (USA/J 1985)


Paul Schrader wechselt wild zwischen ästhetischen Extremen hin und her, während sich sein Porträt des japanischen Autors Yukio Mishima entfaltet. Die frühen Jahre in ruhigen Einstellungen und im kontrastreichen schwarz-weiß, den japanischen Meistern huldigend. Den letzten Tag dagegen hochmodern, farbig und mit Handkamera. Dazwischen Exzerpte aus den Werken des Autors, die sich in grellen und überstilisierten Studioräumen vollziehen. Seltsame Bühnenkonstruktionen, die sich verschieben und so immer neue Situationen erschaffen, ganz ohne Montage, eine lebende Bühne. Die Bauten stehen isoliert in undefinierbaren Räumen, umgeben von Farbmasse. Mit der Verfremdung erinnert uns Schrader immer wieder an die Fiktion. Ästhetisch versucht sie sich von der Biographie so stark wie möglich zu unterscheiden. Doch die Übergänge sind fließend, die Parallelen zwischen Mishima und seinen Figuren unübersehbar. Letztendlich lässt sich dieser Künstler von seiner Kunst nicht trennen, hier wird beides eins.



von Roman Paul Widera