Master and Commander (R: Peter Weir USA 2003) ©20thcenturyfox
Master and Commander (R: Peter Weir USA 2003) ©20thcenturyfox

Master and Commander (USA 2003)


Vermutlich kam er zum falschen Zeitpunkt. Als 2003 Peter Weirs opulentes Werk über die nautische Kriegsführung erschien, mutete es den meisten wie die trockene Antithese zum unwesentlich älteren Disney-Attraktionskino von Bruckheimer an. Danach musste sich der zweistellig Oscar nominierte Film auch noch gegen Tolkien behaupten und zog den Kürzeren. Seitdem ist Mittelerde im Strudel der Computertechnik versunken und von Piraten hat man auch lange nichts mehr gehört. Die erneute Sichtung von MASTER AND COMMANDER wirft die Frage auf, warum man damals nicht einfach den Kinosaal gewechselt hat. Handwerklich bis in die hintersten Ecken der Einstellung virtuos umgesetzt, eine Kamera, die sich nie festlegt, ob sie sich nun der unendlichen See in all ihrer Weite oder doch den winzigen Details hingeben soll, dem Mikrokosmos, diesem hölzernen Planeten, der sich unter den Segeln erstreckt. Von offensichtlichem CGI keine Spur. Ein Jahrzehnt später scheint ein solches Vorgehen unendlich weit weg, beinahe anachronistisch, doch gleichsam so wunderbar zeitlos.



von Roman Paul Widera