L'Eclisse (R: Michelangelo Antonioni, IT/F 1962) ©Arthaus Filmverleih
L'Eclisse (R: Michelangelo Antonioni, IT/F 1962) ©Arthaus Filmverleih

L'Eclisse (IT/F 1962)


Antonio soll sich einmal mit dem Maler Mark Rothko verglichen haben. Seine Gemälde seien seinen Bildern ähnlich, gab er zu Protokoll: Sie handeln beide von nichts. Dieses existenzialistische Wort, das einzige Wort, welches Alma in Bergmans PERSONA über die Lippen kommt, ist in L'ECLISSE ein Wort finaler Nichtigkeit. Antonionis Figuren sind Sich-Einbilder, ob der Fotograf, der sich einen Mord einbildet, ein Reporter, der glaubt Identitäten wechseln zu können, eine junge Dame, die in ihrer Vorstellung ein Haus explodieren lässt oder eben ein kindisches junges Paar, das sich gegenseitiges Interesse heuchelt. Antonionis architektonische Außenwelt spiegelt dabei den fragilen inneren Zustand der jungen Dame wider. Die Stadt ist das Korsett dieses Anti-Melodrams. Nach der Trennung von der alten Liebe ist sie wie verlassen, im nächsten Moment herrscht ein Gefühlschaos wie an der Börse und zum Schluss eben, da sind dann nicht einmal mehr die beiden Eingebildeten in der Stadt zu sehen. Menschenleere im urbanen Raum.



von Lucas Curstädt

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