Im Lauf der Zeit (R: Wim Wenders D 1976) ©Kinowelt
Im Lauf der Zeit (R: Wim Wenders D 1976) ©Kinowelt

Im Lauf der Zeit (D 1976)


Männer, die nicht wissen wohin, weil sie nicht wissen, wo ihr Platz ist; das ist ein Motiv in Wenders IM LAUF DER ZEIT. Ein Film, der den Easy-Rider Geist Amerikas in die biedere BRD transportieren will. Dabei versucht Wenders männliche Freiheit in weltlosen Bildern zu atmen, dokumentiert Landschaften und Städte, die sich im Prozess des Verfalls befinden - eine Spieglung inner-gesellschaftlicher Krisen? Eher nicht. Denn Zeitungen, die von Arbeitslosigkeit und Terrorismus zeugen, sind nur Aufhänger für einen Konflikt zwischen Vater und Sohn, eine brennende Hitler Kerze Jahrmarktsattraktion und Auftakt einer Liebelei und selbst der alte Filmvorführer, der mit Absicht so tut, als würde er nicht mehr wissen, wie diese eine Partei damals noch hieß, dient nur als pointierter Auftakt. Diesem Road-Movie an der deutsch-deutschen Grenze gelingt es nur noch das Gefühl von Grenzenlosigkeit als ein romantisches, ahistorisches Kinobild einzufangen. Schließlich befindet sich die BRD schon längst im Ausnahmezustand durch den Terror der RAF. Aber das darf bei all der Filmpoesie gerne ausgespart werden.



von Lucas Curstädt