High-Rise (R: Ben Wheatley GB/BEL 2015) ©DCMFilmDistribution
High-Rise (R: Ben Wheatley GB/BEL 2015) ©DCMFilmDistribution

High-Rise (GB/BEL 2015)


Wenn die Postmoderne ein alter, schlaffer Hintern ist, dann ist Ben Wheatleys HIGH-RISE sein aktuell hübschester Furunkel. Leere Metaphern überdecken Wheatleys schwächsten Film, eine Retro-Fantasie im Gewand allgemeinschauplatzartiger Kapitalismuskritik, die aus einem alten Leerbuch vorgetragen wird. So wirkt dieser Film, dessen polierter Glanz noch eine gute Stunde über seine fehlende Signifikanz hinwegdämmern kann, bevor das ganze Gebilde implodiert, weil die Geschichte an ihrer Geschichtenlosigkeit verkümmern muss. So will es die unvermeidliche Agonie der Postmoderne. Wenn diese ein Spielball popkultureller Zitate ist, ist HIGH-RISE ein passables Ping-Pong Spiel, nicht mehr als schöne Kamerafahrten, schöne Schauspieler, schöne Dialoge und schöne Requisiten; geniale Simulakren, wie es Jean Baudrillard sagen würde, Trugbilder, Blendwerke, Luftschlösser der großen zynischen Sinnlosigkeit. Wäre Wheatley besser als sein Ruf, hätte er die Möglichkeit einen Film vom Untergang der Bourgeoisie zu drehen, abgelehnt und gesagt: Diesen Film gibt es schon: WEEK END.



von Lucas Curstädt