Far From Heaven (R: Todd Haynes USA/F 2002) ©concorde
Far From Heaven (R: Todd Haynes USA/F 2002) ©concorde

Far From Heaven (USA/F 2002)


Selbst Brüche in der makellosen Oberflächenstruktur in FAR FROM HEAVEN sind von erhabener Schönheit, da sie in einer eskapistischen Traumwelt des Melodrams nicht anders können. Melancholische Schmerzeleien fordern nie die Grenzen selbstgesteckter Konventionen heraus und so ist auch der Abschied am Bahnhof nur ein Mosaikteil im perfekten Bildnis des Todd Haynes. Vielleicht ist das alles Hommage und Renaissance in Ehren Douglas Sirk, doch eigentlich, wenn man ehrlich ist, nur die Reproduktion vom Mythos durch Mediatisierung. Dieser Film kennt keine politischen Konflikte, weil er nur über Bande spielt, von Thomas Koebner als der melodramatische, ewig gleiche Kampf gegen die äußeren Umstände beschrieben. Dennoch will der Film von Rassenhass und Homosexualität in den 50er Jahren erzählen ohne es so zu meinen. Wichtiger ist der perfekte Kamerablick auf das in der Ferne verschwindende Auto und die erhabene Farbdramaturgie, als dass das Märchen von Amerika einen wirklichen Kratzer erhält.



von Lucas Curstädt