Casino (R: Martin Scorsese, USA/F 1995) ©Universal Picture
Casino (R: Martin Scorsese, USA/F 1995) ©Universal Picture

Casino (USA/F 1995)


„Irgendwann packt sie alle die große Gier“ erzählt De Niro’s Sam ’Ace’ Rothstein, als er die Fehler der Betrüger beschreibt, die versuchen sein Casino auszuräumen. Sie würden vermutlich damit durchkommen, wenn sie nicht so gierig wären. Doch verlieren sie die Kontrolle und scheitern. Solche Kontrolle ewig aufrecht zu erhalten, das ist die große Gier, die Rothstein gepackt hat. Seine Frau Ginger, die ihn offen verachtet, das Glücksspiel-Imperium, die Angestellten, seine Freunde und Feinde, seinen Ruf und Einfluss, alles zugleich versucht er mit präzisesten Handgriffen an Fäden zusammenzuhalten und wie ein Puppenspieler zu seinen Gunsten auf der glitzernden Kulissenstadt Las Vegas zu dirigieren. Doch wer das Casino betritt muss früher oder später verlieren, das gilt in Scorseses Film für alle. Im riesigen Machtgefüge ist Rothstein auch nur eine Marionette, so viele Fäden diese auch halten mag. Und bei der Mafia ist der Faden zum Steuern, für den Fall der Fälle, auch gleichzeitig ein Strick. Und wenn der reißt, und er tut es, befindet sich Ace im freien Fall.



von Roman Paul Widera