Alles steht Kopf (R: Pete Docter, Ronnie del Carmen USA 2015) ©disney
Alles steht Kopf (R: Pete Docter, Ronnie del Carmen USA 2015) ©disney

Alles steht Kopf (USA 2015)


Wenn posthumanistische Ideologie Einzug in Animationsfilme erhält, ist das nicht irgendeine, sondern eine besonders erschreckende Entwicklung – schließlich gelten Familienfilme aus dem Hause Pixar als besonders unschuldig, kindgerecht und elterntauglich, also ideologiesicher, weil affine Unterhaltungsindustrie. Ein Irrtum, sollten doch gerade Fiktionen wie diese ernster genommen werden: ALLES STEHT KOPF lässt nicht nur Stimmen im Kopf recht putzig aussehen und leistet strengen Deterministen ideologischen Vorschub, sondern begreift den Geist einer Elfjährigen als maschinelles Uhrwerk, welches hoch technologisiert einem Computerschaltkreis gleicht – mit farbigen Bällen. Denken wird bildlich als Datenleistung begriffen, beherrscht von Gefühlen, wiederum ohne einen Hauch von Verstand und Intellekt. Das alles erzeugt eine Menge Spaß, reduktionistisch ist es aber dennoch und deswegen gefährlich, da ALLES STEHT KOPF für jene Dogmatiker Bilder schafft, die das, was der Film am Ende familienkonform anpreist – Menschlichkeit – mit ihrer Idee der Singularität negieren wollen. 



von Lucas Curstädt