Verfluchte Liebe Deutscher Film (R: Dominik Graf, Johannes Sievert, D/F 2016) ©augustin-film
Verfluchte Liebe Deutscher Film (R: Dominik Graf, Johannes Sievert, D/F 2016) ©augustin-film

Verfluchte Liebe Deutscher Film (D/F 2016)


Grafs und Sieverts Dokumentation VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM hat kein „Für-Sich“, sondern ein „Gegen-über“ Problem. Für sich ist diese Dokumentation über die deutsche Genre-Alternative abseits des bestimmenden Neuen Deutschen Films á la Kluge, Herzog und Fassbinder nicht nur ein vergnüglicher und anekdotenreicher Film, sondern ebenso ein versierter Einblick in vielleicht unbekannte Gewässer der jüngeren Filmgeschichte. Problematischer ist das „Gegen-über“ in Abgrenzung zum ewigen Konkurrenten der (angeblich) arroganten ersten Garde. Dann wird unterschlagen, dass Fassbinder ebenso Körperkino inszenierte, dann wird das Genre-Kino zum Heilsbringer für alle Probleme glorifiziert und die einseitigen Fehden gegen die erfolgreicheren großen Brüder wirken so, als hätten altgewordene Kinder ihre Sandburgenschlachten noch immer nicht verkraftet. Die von Graf angesprochenen Problemfelder im Deutschen Film machen vor seiner Dokumentation natürlich nicht halt und werden so hinterrücks einverleibt. Es fehlt uns an einem Versöhner und dieser will Graf nicht sein.



von Lucas Curstädt