The Zero Theorem (R: Terry Gilliam, GB/RUM/F/USA 2013) ©concorde
The Zero Theorem (R: Terry Gilliam, GB/RUM/F/USA 2013) ©concorde

The Zero Theorem (GB/RUM/F/USA 2013)


Wenn THE ZERO THEOREM scheitert, dann an seiner arbiträren Lesbarkeit. Ist Gilliams Film ein Simulations- Film, als eine einzige Heuchelei, eine Fassade an Anspielungen, ein Best-of an ausgekauten SF-Topoi (BRAZIL)? Oder ist es genau das, was diese SF Dystopie größer macht; ein reflexives Simulakrum, also ein gezielt trickreich inszeniertes Blendwerk, welches darin insistiert zu kritisieren, dass wir jetzt und in Zukunft nur Boten unseres eigenen Zynismus sind? Sind wir bereits so von Originalität entfremdet, das wir das da auf der Leinwand als nicht-zu-Ende-gedacht und inkonsequent empfinden müssen? Zweiter Lesart folgend, ist dann alles recht clever: Spielerisch hat der Physikalismus obsiegt, Psychoanalyse wird von Programmen betrieben (Tilda Swinton), die die Singularität preisen, Entitäten werden als Minecraft-Simulationen in Kirchenruinen (Kirche von Batman ist auch out) geknackt, deren sakrale Bildnisse mit mathematischen Formeln beschmiert werden, während der gesuchte Sinn des Lebens bereits überall steht: Mancom. Man(kind) und commerce in digitaler Hybris. Ist das alles so wenig zu Ende gedacht wie diese Schreiberei?



von Lucas Curstädt