The Founder (R: John Lee Hancock, USA 2016) ©splendid
The Founder (R: John Lee Hancock, USA 2016) ©splendid

The Founder (USA 2016)


Zwei Scheiben Kapitalismuskritik, ein Spritzer Nostalgie, ein Klecks Wehmut gepresst zwischen zwei sich opponierenden narrativen Katalysatoren. Die Geschichte von Ray Kroc, der den Gebrüdern McDonald Haus und Namen entriss um daraus eines der weltweit gröβten Franchiseunternehmen zu errichten, wird durch eine ausgeprägt gekonnte Darbietung seitens Michael Keaton geschildert. Er stellt Kroc als ambigen Charakter dar, welcher zwischen Pflichtbewusstsein und einem Dasein als Träumer oszilliert und dabei zum Beispiel von Triumph und Tragödie des amerikanischen Kapitalismus par excellence avanciert. Ihm stellen sich die Gebrüder McDonald in den Weg, welche versuchen, so lange es nur möglich ist, vertragliche Kontrolle über Kroc zu bewahren, um am Ende jedoch an ihrer Rückständigkeit scheitern, was folglich das Aus ihrer eigenen Ideen und Träume bedeutet. Letzen Endes, je nachdem für welche Perspektive des narrativen Belags dieses Films man sich entschieden hat, zollt man Kroc trotz seines exploitativen Verhaltens gegenüber den McDonald’s eine Portion Respekt – ein bitterer Geschmack.



von Vasco V. Ochoa