The Equalizer (R: Antoine Fuqua, USA 2014) ©sony
The Equalizer (R: Antoine Fuqua, USA 2014) ©sony

The Equalizer (USA 2014)


Das amerikanische Unterhaltungskino ist so massiv von Comicgeschicht’schen infiziert, dass selbst ein dubioser Actioner wie THE EQUALIZER nicht ohne mythische Überhöhung seines Hauptprotagonisten als Superheld auskommen kann. Denzel Washington ist über jeden Zweifel erhaben, das Wort selbst ist praktisch aus dem Wörterbuch dieses Films getilgt worden. Vor fast 40 Jahren war dieser Held, der einer Prostituierten aus der Klemme helfen will, noch ein Wrack, ein Taxifahrer, ein Vietnamveteran, nun ist er ein belesener Baumarktverkäufer, eine blutige Variante der "Bob der Baumeister" Figur ohne Legitimationsproblem. Fuqua ist zwar kein Regisseur und sein Film eine inszenatorische Katastrophe, aber dafür hat er für diejenigen Bilder geschaffen, die nicht nur der Meinung sind, dass böse Kerle sterben müssen, sondern auch alle, die darauf folgen, eingeschlossen. Ob damit der Kopf der Schlange wirklich abgeschnitten wird oder nur drei neue nachwachsen, ist wurscht. Dieser Film spricht die Sprache omnipräsenter (us-amerikanischer) Kurzsichtigkeit.



von Lucas Curstädt