The Big Short (R: Adam McKay, USA 2015) ©paramount
The Big Short (R: Adam McKay, USA 2015) ©paramount

The Big Short (USA 2015)


Die Wette gegen das System ist das tragende Handlungsmuster in THE BIG SHORT, ein Film über Rechthaberei und männlichen Stolz. Das Bild vom gut gekleideten Choleriker, der galant mit Milliarden zockt, mutiert nicht zu einem Ryan-Gosling-Mythos, sondern ist Aufschrei grenzenloser Verzweiflung. Von einer Dekonstruktion der Zeitgeschichte kann weniger die Rede sein, als dass dieser Film das Ende jeder Progressivität verkündet und als Zeremonie cooler und selbstreflexiver Sprüche tarnt. Wenn nichts Abhilfe schafft, dann vielleicht ein Hort an Gastauftritten, ein letzter Versuch, der künstlich erzeugten Komplexität des Börsenwesens den Stecker zu ziehen. Damit ist THE BIG SHORT eine weitere Geschichte über Tellerwäscher, die zu Millionären werden. Es sind nur eben kleine Börsianer, die zu ziemlich reichen Börsianern werden, weil sie wetten, dass die Weltwirtschaft den Bach runtergeht. Das alles ist trotz der angesagten Besetzung besser als die Oscar-Nominierung erwarten lässt, da der Film uns schmerzhaft unterhaltsam mit den echten Gordon Gekkos mitfiebern und mitleiden lässt.



von Lucas Curstädt