Star Wars: Rogue One (R: Gareth Edwards, USA 2016) ©Disney
Star Wars: Rogue One (R: Gareth Edwards, USA 2016) ©Disney

Rogue One: A Star Wars Story (USA 2016)


Die Ironie am nächsten Star Wars Film ist in erster Linie nicht die narrative Determinante, die sich durch die Mittlerposition der Sequel-Prequel Struktur ergibt, sondern der finale Umgang der Drehbuchautoren mit jener Notwendigkeit des Ablebens seiner Charaktere: ROGUE ONE ist ein 130 minütiger Space-Walzer mit lebenden Toten (ob animierte Zombies oder figurale ist nebensächlich). Doch wie sterben lassen? Disney greift zum mythischen Heldentod, der plötzlich wieder en vogue zum ultimativen Opfer für das Gute wird: Der kitschige Moment am Strand, die sanfte Transgression der sich Umarmenden im betörend weißen Licht in den Tod, wird zum Widerschein des Nazismus, eine Mixtur aus Eros und Thanatos. Denn vereint wird hier die Extremsituation des Sterbens mit der der Zukunft zugewandten Perspektive der Hoffnung, eingewickelt in die hochgradige Symbolik des Lichts. Bereits Susan Sontag hat diese ineinander aufgehende Neutralisierung der Gegensätze als eine Faszination beschrieben und siehe da, aus der Mottenkiste steigt der alte Vorwurf empor: Wie faschistisch ist eigentlich Star Wars?



von Lucas Curstädt