Punishment Park (R: Peter Watkins, USA 1971) ©eurovideo
Punishment Park (R: Peter Watkins, USA 1971) ©eurovideo

Punishment Park (USA 1971)


Watkins Sci-Fi Mockumentary PUNISHMENT PARK imaginiert sich eine alternative Welt, in der nicht nur der Präsident Nixon, sondern gleich der ganze Staat ein Gauner ist. Dieser Gauner hat sich so dramatisch radikalisiert, dass er seine rebellierenden Kinder vor die Wahl stellt: langjährige Haftstrafen oder eine Runde Capture-The-Flag gegen die Polizei, eine Schussübung für 18-jährige Reservisten. Zeitgenössisch als zutiefst pessimistisch kritisiert, entpuppt sich dieser Film aus heutiger Perspektive als linke Utopie, in der tödliche Repressionen der Staatsmacht mit Schulterzucken quittiert werden, statt sie, aktuell im Guantanamo-Prozess, verdeckt zu halten. Die Rollen in diesem Film sind klarer verteilt, als sie es jemals waren, die Eindeutigkeit macht den Film selbst zum Schauprozess progressiver Selbstgeißelung. Die Botschaft wird dadurch nur noch düsterer: Selbst die gewalttätigste Dystopie ist gegen die sublime Kraft des Überwachungs- staat USA und seinen siebzehn Geheimdiensten nicht gewachsen. Keiner muss Jugendliche jagen, schließlich jagen die alle Pokémons.



von Lucas Curstädt