The Icebreaker (R: Nikolaj Chomeriki, RUSS 2016) ©profit
The Icebreaker (R: Nikolaj Chomeriki, RUSS 2016) ©profit

The Icebreaker (RUSS 2016)


Vor über 90 Jahren bekämpfte die Besatzung des PANZERKREUZER POTEMKIN noch ihre zaristischen Vorgesetzten, in Nikolaj Chomerikis Abenteuerfilm ICEBREAKER ist Jacques Lacans »big other« kein gesichtsloser Soldat mehr, der die Bewohner der Stadt Odessa niederschlägt, sondern ein monumentaler Eisberg. Dieser stört erst die natürliche Ordnung, um sie schlussendlich wieder herzustellen, indem er den Eisbrecher „Michail Gromow“ aus seiner misslichen Lage geleitet. Der Eisberg fungiert als der übergeordnete Bezugspunkt für die Besatzung, er ist Schrecken und Erlöser zugleich, immer präsent. Ohne ihn gibt es weder eine Aktion, noch Attraktion. Die ideologische Implikation des großen Anderen bleibt also bestehen, weitet sich zu einer allumfassenden Klammer aus und schafft es sogar, die Nachfahren einstiger Revolutionäre mit den Vertretern des alternden Sowjetstaats zu versöhnen. Dass die geeinte Besatzung am Ende das Tauwetter genießt, ist amüsanter Höhepunkt einer an sich mäßigen Russland-Großproduktion.



von Lucas Curstädt