Faust: Eine deutsche Volkssage (R: F.W. Murnau D 1926) ©ufa
Faust: Eine deutsche Volkssage (R: F.W. Murnau D 1926) ©ufa

Faust: Eine deutsche Volkssage (D 1926)


Es ist bezeichnend, dass die späteren Babelsberger Filmstudios zur Zeit des Weimarer Kinos „Film-Ateliers“ genannt wurden. Dort entstand FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE und tatsächlich bearbeitete F.W. Murnau sein Filmmaterial wie eine völlig blanke Leinwand, schuf die wahnwitzigen Kompositionen aus dem Nichts der leeren Studio-Räume. Es sind artifizielle Bilder, die expressionistischen Bauten und überbordenden Spezialeffekte sind perfekt im Bildausschnitt arrangiert. Murnau behält die volle Kontrolle über den Bildkader und die obsessive (ästhetische wie inhaltliche) Auseinandersetzung mit dem Kontrast zwischen Licht und Dunkel erreicht in der Konfrontation von Mephisto und dem Erzengel ihren Höhepunkt. In FAUST bedingen sich Licht und Dunkelheit. Beide können ihre Intensität nur durch den unendlichen Gegensatz zueinander erreichen, deshalb lässt Murnau sie in seinen wunderschönen Einstellungen immer wieder aufeinanderprallen. So tiefschwarz, wie die Dunkelheit sich über die Welt von Faust legt, so gleißend hell müssen die brachialen Lichtstrahlen sein, die sich ihr entgegensetzen.



von Roman Paul Widera