Es war einmal in Deutschland (R: Sam Garbarski, D/BEL/LUX 2017) ©xverleih
Es war einmal in Deutschland (R: Sam Garbarski, D/BEL/LUX 2017) ©xverleih

Es war einmal in Deutschland (D/BEL/LUX 2017)


Jedem, der nicht müde wird, sich über das zeitgenössische deutsche Kino aufzuregen, sei gegönnt, bei ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND einmal seelenruhig einzuschlafen, anstatt sich wiederholt drohenden Magenschmerzen auszuliefern. Denn der Film bedient nicht nur das Klischee einer humorlosen deutschen Komödie, sondern auch jenes des bierernsten, weltkriegsbezogenes Themas, nämlich das der überlebenden Juden nach 1945 und ihrem Fluchtversuch aus Deutschland. In Sam Garbarskis Hochglanzprodukt muss sich Moritz Bleibtreu also gleichzeitig die Tränen seiner traumatischen Erinnerungen an das Konzentrationslager am sexy Busen von Antje Traue wegwischen und lächerliche Witzchen machen, während der eigentlichen Thematik des Films – das Schicksal der Juden nach 45’ – nie ein autonomer Status jenseits des dramaturgischen Korsetts beigemessen wird. Das, was darüber zu erfahren wäre, verlässt nie den Wissensstand des eigenen Pressetextes und wenn man den Film nicht bereits beim Verlassen des Kinos vergessen hätte, wäre das ja fast ein Grund zur Aufregung.



von Lucas Curstädt