Die glorreichen Sieben (R: Antoine Fuqua, USA 2016) ©sony
Die glorreichen Sieben (R: Antoine Fuqua, USA 2016) ©sony

Die glorreichen Sieben (USA 2016)


Ein Ärgernis ist dieser Film auf Grund seiner fehlenden Kohärenz und das liegt weniger an der hauseigenen Vorlage, die nur ein letztes nostalgisches Hurra des klassischen Western war, sondern an der diffusen Ausrichtung als Pop-Western. Chris Pratt ist dafür ein Paradebeispiel: Erst spielt er sich selbst, dann einen lustigen Trickspieler, plötzlich mit tiefer Stimme einen humorlosen Killer. Gelegentlich über Alpträume plaudernd, mutiert er schlussendlich zu einem Kind, welches mit Dynamit spielen mag und in die Luft geht. Unter der Erde ist erst nur noch gut, ein mythischer Held. Damit deckt sich seine Figur mit dem ganzen Film. Das alles ist ein spannungsfreier Flickenteppich an Western; ein bisschen gut, ein bisschen böse, ein bisschen character-arc und ein bisschen kriegerische Ernsthaftigkeit. DIE GLORREICHEN SIEBEN sollte als ein Konzern-Western bezeichnet werden, selbst der Dreck ist hier hochglanzpoliert. Diese Trockenübung eines Westerns macht das Publikum zu jenen Farmern, die (aus dem Kinosaal) gerettet werden wollen. Denn in diesem Re-Remake pocht nicht das Herz des Genre, es blutet für ein paar Scheine aus.



von Lucas Curstädt