Die Brut / The Brood (R: David Cronenberg, CAN 1979) ©Explosive-Media
Die Brut / The Brood (R: David Cronenberg, CAN 1979) ©Explosive-Media

The Brood (CAN 1979)


DIE BRUT fällt ins Frühwerk David Cronenbergs. Aus jenen Zeiten, in denen der später gefeierte Auteur die Kritik noch abstoßen konnte, kurz bevor sein Horror salonfähig wurde. Zwischen stationärer Psychatrie und Sektengemeinschaft ist bei der Heilanstalt, in der Nola Carveth untergebracht ist, nur schwer zu unterscheiden. Während sie dort behandelt wird, versucht ihr Ehemann Frank die gemeinsame Tochter von ihr fernzuhalten, Besuche möglichst auf Dauer zu unterbinden. Doch der Streit ums Sorgerecht – kein ungewöhnlicher Aufhänger für einen Film mit einer solchen Figurenkonstellation – soll sich nicht mit Verhandlungen oder gar verbalen Auseinandersetzungen begnügen. Cronenberg führt den Streit ins Körperliche, nicht nur zu verstehen als physische Gewalt an den Körpern, sondern als  tatsächliche Körper, die aus dem Streit geboren werden. Was hier mordet und totprügelt, das ist fleischgewordene Wut. Annette Kilzer hat die Geschehnisse wunderbar treffend auf den Punkt gebracht: DIE BRUT, das sind die wahrhaftigen „Kinder des Zorns“ (1).


(1) Kilzer, Annette: The Brood (1979). In: Marcus Stiglegger (Hrsg.): David Cronenberg. film:16. Berlin 2012, S. 170–174.

 

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von Roman Paul Widera