Der Marsianer - Rettet Mark Watney (R: Ridley Scott, USA/GB 2015) ©20thfox
Der Marsianer - Rettet Mark Watney (R: Ridley Scott, USA/GB 2015) ©20thfox

Der Marsianer - Rettet Mark Watney (USA/GB 2015)


Strenger Positivismus bedeutet noch lange keinen strengen Physikalismus, sonst hätte Ridley Scotts Film DER MARSIANER ziemlich trostlos ausgehen dürfen. Nie hätte man aus der exakten Beurteilung der Logik heraus der Rettung eines Astronauten unter diesen Bedingungen zugestimmt. Doch weil die kaltherzige Arschlochkarte eben dem Antagonisten anlastet - Jeff Daniels als NASA Chef - muss die „Ares III“ Crew irrsinnig menscheln. Natürlich tun die das Richtige, der Kino-Norm nach spektakulär. Do-The-Right-Thing ist quasi eine Kinodeterminante. Ideologisch ist der Film doch höchst ambivalent: Dauerpräsent ist der Wissenschaftsglaube, der alles löst, andererseits poppt da die Egalität im Bezug auf menschliche Psyche auf. Was bedeutet schon Isolation auf dem Mars? Psychologisiert wird die Handlungsmotivation der Figuren, ver- wissenschaftlicht das existenzielle Trauma der Hauptfigur, dessen Geschichte der Einsam- und Enthaltsamkeit sich nur auf einem abgemagerten Körper ablagert. Ironisch, dass der natürlich von einem Körperdouble dargestellt wird. 



von Lucas Curstädt