Dead Ringers - Die Unzertrennlichen (R: David Cronenberg, USA / CDN 1988) ©concorde
Dead Ringers - Die Unzertrennlichen (R: David Cronenberg, USA / CDN 1988) ©concorde

Dead Ringers (USA/CND 1988)


Dass es einer Person passiert, ihre Persönlichkeit zu spalten und somit in Form einer dissoziativen Identitätsstörung zwei Menschen zu schaffen, hat das Kino viele Male durchexerziert. Cronenberg geht den umgekehrten Weg. Jeremy Irons spielt hier eine Doppelrolle, eineiige Zwillinge, die zusammen wohnen, zusammen arbeiten, im selben Bett schlafen, sich sogar heimlich die Sexualpartner teilen. Zwei Menschen, zwei Persönlichkeiten, aus denen eine wird. Doch die perfekte Einheit wird verletzt, unterbrochen durch eine dritte (bzw. zweite) Person, der Schauspielerin Claire. Und die Bande droht zu zerreißen. Für den kurzen Moment einer Traumsequenz sind die Zwillinge physisch verbunden und es ist Claire, welche die organische Verbindung zerbeißt. Schließlich ist die fast mythisch überhöhte Verbindung der Zwillinge nicht mehr verwundbar, irgendwann gleicht sich alles wieder einander an. Danach muss die Beziehung inniger, das Stören der Einheit muss unmöglich werden. Und da wir uns im Cronenberg-Kosmos befinden, dürfen die Zwillinge bis zum Äußersten (bzw. Innersten) gehen.



von Roman Paul Widera