Breaking The Waves (R: Lars von Trier,  DK SWE F NL NOR ISL 1996) ©kinowelt
Breaking The Waves (R: Lars von Trier, DK SWE F NL NOR ISL 1996) ©kinowelt

Breaking The Waves (DK, SWE, F, NL, NOR, ISL 1996)


Lars von Triers Frauen-Besessenheit sollte nicht als misogyne Haltung missgedeutet werden, der dänische Regisseure findet das weibliche Geschlecht schlicht und ergreifend interessanter. Sein Melodram BREAKING THE WAVES darf hierfür als Paradebeispiel herangezogen werden, ist doch dies ein Film über die unschuldigste Seele, die der Güte wegen aus einer gütelosen Welt scheidet und als Gottes Tochter in dessen Himmelreich zurückgeholt wird. Da, wo die Glocken noch läuten. Sie verkörpert einen Edelmut, den ein Götz in Satres „Der Teufel und der liebe Gott“ nie zuteil wurde und ist doch das, was John Lennon bereits 1972 sang: „Woman Is The Nigger of the world“. Ein Spannungsfeld, dessen größte Perversion nicht  sexuelle Gelüste und Gewalttätigkeiten sind, sondern die patriarchalische Hegemonie, die Mauer des Schweigens, nicht zu durchbrechen, außer von einer: Ihr universales Opfer, ihr Glaube, ist eigentlich eine Ausgeburt des determinierenden Über-Ichs. So stellt sich die Frage, ob dieser Film misanthropisch ist, oder kontraintuitiv, zutiefst human.



von Lucas Curstädt