Blade Runner 2049 (R: Denis Villeneuve, USA/GB/CAN 2017) ©warner
Blade Runner 2049 (R: Denis Villeneuve, USA/GB/CAN 2017) ©warner

Blade Runner 2049 (USA/GB/CAN 2017)


Die Prämisse der beinahe ausgelöschten Natur bleibt in BLADE RUNNER 2049 weiterhin außerhalb des inszenatorischen Schärfentiefebereichs, da die Schärfe wieder auf das (Nicht)-Mensch-Sein gezogen ist, und wird somit zu keinem plakativen Hauptthema. Der Mensch in seinem Elfenbeinturm hat sich mit dem Naturverlust und mit der eigenen Blindheit längst abgefunden. Dennoch findet hier eine fast romantische Sehnsucht nach der Naturverbundenheit ihren sublimen Ausdruck, paradox, denn seitens der artifiziell erzeugten Replikanten, welche im Wunder der natürlichen Geburt Begründung ihrer Gleichwertigkeit und Beweis des Funkens Gottes in ihrer Existenz erblicken wollen. Diese Sehnsucht scheint eine Ausprägung jener umfassenderen zu sein, die sich zwischen der Nostalgie nach der erdichteten, in Wirklichkeit so nie erlebten Vergangenheit (z.B. eines Androiden nach dem Kind-Sein, welches ihm nicht gestattet wurde) und dem Unzulänglichkeitsgefühl des Simulakrums (z.B. einer Software-Frau angesichts der unerreichbaren Körperlich- keit) entfaltet – und unerwidert bleibt.



von Maryna Zaporozhets

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