Barry Seal: Only in America (American Made, R: Doug Liam, USA 2017) ©universal
Barry Seal: Only in America (American Made, R: Doug Liam, USA 2017) ©universal

Barry Seal: Only in America (USA 2017)


Solange die verfehlungsreiche Geschichte der CIA nach dem Zweiten Weltkrieg nur in Form von coolen Kino-Komödien aufgearbeitet wird, kann der amerikanische Auslands- geheimdienst beruhigt aufatmen. Denn Humor ist schließlich der zweitbeste Schutz vor wirklichen politischen Konsequenzen. BARRY SEAL ist dafür ein wunderbares Beispiel und auch für den Zuschauer ein unterhaltsames obendrein. Regisseur Doug Liam macht sich einen zweistündigen Witz, Barry Seal als Pointe und Symbol einer absurden Außenpolitik zu stilisieren, macht damit aber auch korrumpierte Machtstrukturen und Hierarchien erst sichtbar. In diesen ist der exzellent spielende Tom Cruise auf den ersten Blick nur Zwischen-, Unter- und mal Eigenhändler, ein Mittelsmann der Verrückten und Bescheuerten. Doch eigentlich ist er mehr, ist er eine unmöglich mögliche Schaltzentrale, welche das eigentliche Machtorgan (Reagan) aussondern muss. So kommt es am Ende zu einem letzten unmöglichen Tausch. Denn was ist der beste Schutz gegen wirkliche politische Konsequenzen? Das alle Beteiligten tot sind.



von Lucas Curstädt