A Ghost Story (R: David Lowery, USA 2017) ©universal
A Ghost Story (R: David Lowery, USA 2017) ©universal

A Ghost Story (USA 2017)


Der tote C steht vor der Pforte zum Jenseits und entscheidet sich, daran vorbeizugehen, kehrt zurück in das Haus, in dem er lebte und ist fortan daran gebunden. Dort wartet er, beobachtet, sucht nach Antworten auf Fragen, die er selbst bereits vergessen hat. So sucht dieser Geist – selbst ein Heimgesuchter – jenes Haus über Jahrhunderte hinweg heim, während Bewohner auf Bewohner folgen und ganze Menschheitsgeschichten vor diesen zwei ausgeschnittenen Augen unter dem weißen Laken ablaufen. David Lowery dreht die stets erzählenswerte Geschichte um das Abschließen mit dem Tod um und vertauscht die Rollen der Trauernden: Die verbliebene Ehefrau M verlässt das Haus schon nach wenigen Jahren und fährt hoffnungsvoll der Sonne entgegen. Wo dieses Narrativ endet, beginnt die titelgebende Geistergeschichte erst richtig, denn C’s Geist muss im Haus bleiben, noch für Ewigkeiten auf Erlösung warten – und wir mit ihm. Die Lebenden in A GHOST STORY schaffen es, über den Tod ihrer Nächsten hinwegzukommen. Stattdessen sind es dieses Mal die Toten selbst, die nicht dazu fähig sind, abzuschließen.



von Roman Paul Widera