24 Wochen (R: Anna Zohra Berrached, D 2016) ©filmpresskit
24 Wochen (R: Anna Zohra Berrached, D 2016) ©filmpresskit

24 Wochen (D 2016)


24 WOCHEN ist die Geschichte eines Paares, das die Entscheidung treffen muss, ihr schwerbehindertes Ungeborenes abzutreiben oder das Leben zu ermöglichen. Eine Entscheidung, die nur der treffen kann, der sie treffen muss, sagt eine Krankenschwester und dennoch schaut Mutter Astrid an drei Scheidepunkten der Geschichte mitten in die Kamera, als würde sie, einen Hauch vorwurfsvoll, ein Moment verzweifelt, die Last so gerne an uns weitergeben oder zu mindestens eine Reaktion von ihrem Zuschauer erwarten. Finden wir „downies“ auch eklig und sind kleine „faschos“? Dieser inszenatorische Kniff lässt das Projekt leicht schizophren wirken, es ein wenig uneins erscheinen zwischen der formästhetischen Wechselwirkung aus ansprechender Visualisierung und dokumentarischen Duktus und dem gesellschaftlichen Engagement, so als erhoffe sich die Filmemacherin in die Fußstapfen eines INGEBORG HOLM zu treten. Lässt man diese Bipolarität außer Acht und durchlebt das Kunstwerk als solches, gelingt dieser Film in seiner unauflösbaren Tragik  zu überzeugen.



von Lucas Curstädt