Yield (R: Victor Tagaro & Toshihiko Uryu, PHI 2018) ©exground
Yield (R: Victor Tagaro & Toshihiko Uryu, PHI 2018) ©exground

Yield (PHI 2018)


Der Sisyphos-Mythos wird zum härtesten Motiv einer Doku, die fünf Jahre lang philippinische Kinder in ihrem Lebensalltag porträtiert. Tagein tagaus klopfen sie Stein, suchen das Meer nach Edelmetallen ab oder bewirtschaften Felder. Nüchtern und kommentarlos zeigt die Kamera dieses Geschehen, aber nicht ohne Sinn für Kadrierung. Diese ist in YIELD herausragend. Ohne inhaltlichen Kontext und formal noch stärker auf Bildebene, fängt die Doku das Kind im Seinszustand ein und löst es damit von der alles determinierenden Umwelt los, die für den Zuschauer hors-champ bleibt. Ambivalent ist dieses Bild, weil es grausam ist und doch den Kindern ein Stück weit ihre Kindheit zurückgibt, die sie nie hatten. Dann der Umschlag. Die Perspektive öffnet sich, zeigt die umliegende Stadt, zeigt die umliegende Natur, die umsäumt ist von… Müll. Der Film erinnert daran, dass die Welt ein globalisiertes Dorf ist, ein Effekt, den die Kamera kreiert, indem ihr Blick lange auf den Kindern ruht, bis fast vergessen ist, in welcher Todeswelt sie da leben. In aller Härte fällt das Beil der Erkenntnis und schmerzt.



von Lucas Curstädt