Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (R: Martin McDonagh, USA/GB 2017) ©fox
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (R: Martin McDonagh, USA/GB 2017) ©fox

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (USA/GB 2017)


Martin McDonagh ist der Tragiker unter den Schwarzhumoristen, das bewies er bereits vor Jahren mit IN BRUGES. Sein neuer Film, THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI, dramatischer als die drei Vorgänger, rauscht bei der Untermauerung dieser Stellung haarscharf an der ausgestellten Blödelei vorbei, merklich beim Polizisten Dixon oder dem Kleinwüchsigen James. Die Ernsthaftigkeit des Dramatikers McDonagh aber verhindert eine drohende Überzeichnung, die die Geschichte als Konstruktion zur Stimulierung des Zwerchfells und als kinematographischen Tritt in die Magengrube entlarven würde. Der Ire schärft so sein Profil als schroffer Philanthrop, mag sein Trost und Rache spendendes Ende auch kontraintuitiv zu dieser These wirken und Erinnerungen an krude amerikanische Mythen wecken. Doch sein Sujet ist gedanklich im Wilden Westen angelegt, auch wenn es diesen längst nicht mehr geben sollte. Der Sheriff der Stadt aber hat versagt und für irgendeine Gerechtigkeit, egal welche und egal für wen, muss in Amerika eben immer noch gesorgt sein.



von Lucas Curstädt