The Kingdom and the Beauty (Jiang shan mei ren, R: Li Han-hsiang, HK 1959) ©celestialpictures
The Kingdom and the Beauty (Jiang shan mei ren, R: Li Han-hsiang, HK 1959) ©celestialpictures

The Kingdom and the Beauty (HK 1959)


Dieses unentwegt misogyne Musical aus Hong Kong über eine einfache Frau, die sich in den Kaiser verliebt, gilt es zur Einschätzung wie sooft ideologiekritisch zu durchdringen. Dann fällt auf, wie gering die Entfernung zwischen dem Fernen Osten und dem Westen manchmal sein kann: Der Kaiser, vom höchsten Geschlecht, kann nicht mit einer Frau einfachen Standes liiert sein und wenn er doch seinen Willen durchsetzen will, so richtet ihn die Naturgewalt der Götter. Seine Geliebte kann die verbotene Stadt nie erreichen. Ähnliches passiert auch in TITANIC – nur das sich hier kein Stände-, sondern ein Klassendrama zwischen first class und third class abspielt und das es nicht die mythische Gewalt der Vorahnen ist, die den status quo wiederherstellt, sondern die Hybris moderner Technik in Erscheinung eines unsinkbar geglaubten Bootes. Auch Jack darf niemals New York erreichen. Auf unnötige Weise sterben die Liebenden in beiden Filmen, weil die Notwendigkeit ihres Ablebens das Gesetz ist: Weder der Proletarier noch die einfache Magd dürfen das System nachhaltig beschädigen.



von Lucas Curstädt