Sweethearts (R: Karoline Herfurth, D 2019) ©warner
Sweethearts (R: Karoline Herfurth, D 2019) ©warner

Sweethearts (D 2019)


Es juckt zwar in den Fingern, aber statt Häme für dieses deutsche Kino braucht es Aufklärung: SWEETHEARTS will bewusst überzogen und peinlich sein, um die eigene Einfallslosigkeit zu kaschieren. Er ist vor allem konfektionierte Action-Rom-Com in biederer Proll-Ästhetik. Doch dieser Film will über Umwege auch ein deutscher Beitrag zur metoo-Debatte sein. Denn „starke Frauenfiguren“ stehen im Vordergrund: Sie vergewaltigen gefesselte Männer, foltern als Polizistinnen Zeugen, lauern Männern auch mal in der Dusche auf, sind aber auch fürsorgliche Mütter-Gangsterinnen, die nicht heiraten wollen oder Mittelstandshysterikerinnen, die einfach eine gute Freundin und einen noch besseren Kalenderspruch brauchen. Doch das mit einem ironischen Lächeln zu quittieren bringt alles nichts. Am Ende steht die Stigmatisierung und Verhöhnung des Proletariats (Assi-Frauen und kriminelle Mechaniker) und die fahle Plattitüde: Diamonds are a girl's best friend. Eigentlich unnötig zu erwähnen: In Deutschland drehen alle schlechte Mainstream-Filme, auch Frauen.



von Lucas Curstädt