Supa Modo (R: Likarion Wainaina, D/KEN 2018) ©trigonfilm
Supa Modo (R: Likarion Wainaina, D/KEN 2018) ©trigonfilm

Supa Modo (D/KEN 2018)


Die krebskranke Jo braucht Superkräfte, um unverwundbar zu werden, da die Diagnose niederschmetternd ist. Am Ende wird der Film sie unsterblich werden lassen, denn es wird das Bewegtbild sein, das ihre Lebendigkeit für die Länge des Filmstreifens einfriert. Davor ist der Film ein kluges Plädoyer gegen die Illusionstheorie, denn wenn Jo’s Schwester gemeinsam mit dem Dorf Kinoeffekte für das Mädchen simuliert, um ihr eine glückliche Zeit zu bescheren, verfällt Jo nicht in einen Modus des Als-Ob, also einen, der die Illusion mit der Realität verwechselt, sondern sie ist sich dieser sehr wohl bewusst. Das Wissen um die Magie stärkt gar die Attraktion. Jo drückt damit ein Prinzip des Films aus: Verwunderung und Verdrängung, eine Art doppelte Aufmerksamkeit für Inhalt wie Machart. Danach aber verfällt der Film nicht nur in geschmacklose Sentimentalität, sondern vertraut plötzlich seinem eigenen Medium nicht. Der Film-im-Film wird der Ästhetik von SUPA MODO angepasst, anstatt seine Videobilder zu präsentieren. Kulturindustrie bleibt eben auch in Kenia Hegemonie der ästhetischen Entscheidung.



von Lucas Curstädt