Wer Gewalt sät (Straw Dogs, R: Sam Peckinpah, USA/GB 1971) ©eurovideo
Wer Gewalt sät (Straw Dogs, R: Sam Peckinpah, USA/GB 1971) ©eurovideo

Wer Gewalt sät (USA/GB 1971)


In Deutschland verlieh man Peckinpahs Film den zusätzlichen Titel WER GEWALT SÄT und es ist einer der seltenen Fälle, in denen diese Addition eine fruchtbare Lesart anbietet. Denn tatsächlich ist die Gewalt förmlich schon im Boden des englischen Dorfes verstreut, in das der Akademiker David Summer mit seiner jungen Frau Amy zieht. Dann wächst die Gewalt langsam, in kleinen Anfeindungen und Sticheleien, im Verwehren der Aufnahme dieser beiden Amerikaner in die Dorfgemeinschaft. Und sie wächst immer weiter, befällt irgendwann wie Efeu das wunderschöne Landhaus, das David und Amy sich eingerichtet haben. Als sie schließlich eskaliert, dringt sie nicht nur in das Heim ein, sondern schließlich auch in den zuvor so schüchternen David; die Gewalt überformt ihn und erweckt die selbe Grausamkeit, die ihn zuvor so abstieß. Von dieser Überformung erzählt STRAW DOGS. Als die dörfliche Meute vor seinem Haus steht, sagt er zu seiner Frau: „Es ist schon zu viel passiert, sie werden jetzt nicht mehr aufhören.“ Leider hat er verstanden, dass Gewalt, einmal gesät, nicht aufhört zu wachsen.



von Roman Paul Widera