One From The Heart (R: Francis Ford Coppola, USA 1981) ©columbia
One From The Heart (R: Francis Ford Coppola, USA 1981) ©columbia

One From The heart (USA 1981)


Die Mise en abyme bezeichnet ein Bild, das ein Bild enthält und ist ein Schlüsselbegriff, um die postmoderne Ästhetik von Coppolas verfemten Großprojekt zu fassen. Schon Las Vegas, der Schauplatz dieses Spektakels, ist nichts als ein Bild von bereits existierenden Bildern, eine künstliche Nachbildung von urbanen Ikonen, platziert in der öden Wüste Nevadas. Doch dort wurde ONE FROM THE HEART nicht gedreht, stattdessen baute Coppola diese irreale Stadt auf die Bühnen seiner Zoetrope Studios. Das (Ab)Bild einer Stadt, die selbst nie mehr als Abbild war – maximale Artifizialität. Dort lebt die unglückliche Frannie, deren Beruf nicht bezeichnender sein könnte: Sie entwirft Schaufenster für ein Reisebüro. Urlaubsziele hinter Glasscheiben, Miniaturen von New York oder Bora Bora. Coppola entwirft eine Welt, in der Abbild in Abbild in Abbild verschachtelt wird. Mit ONE FROM THE HEART gibt er dem Zeitalter der Imitation – der Ordnung der Simulacra – seine kinematographische Entsprechung. So kann Frannie noch so viele Sehnsuchtsorte hinter dem Schaufenster erbauen: aus dieser Stadt, die gar nicht wirklich da ist, gibt es keinen Ausweg. Selbst wenn sie sich ins Auto setzen würde, und einfach davonführe – am Stadtrand wartet nicht der Horizont, sondern nur die blanken Studiowände.



von Roman Paul Widera