Ocean's Eight  (R: Gary Ross, USA 2018) ©warner
Ocean's Eight (R: Gary Ross, USA 2018) ©warner

Ocean's Eight (USA 2018)


Wer fordert, dass Schauspieler für private Taten aus Filmen entfernt werden, der setzt nicht nur Werk und Schauspieler gleich, was Unsinn ist, sondern wirkt auf die Freiheit der Kunst ein, die sich im schlimmsten Fall selbst zensiert. Gleichzeitig wird ein notwendiger Diskurs behindert, werden Unannehmlichkeiten, Barrieren, Antagonisten übersprungen. In OCEAN’S 8 könnte das den Cameo von Matt Damon betroffen haben, die Regie schiebt sein Fehlen auf das Storytelling. Beides plausibel, denn im Film tritt auch kein Gegenspieler auf, fehlt es an Widerstand, an irgendetwas, was Kritik am Vollzug der Handlung äußern darf oder kann. Selbst der Ermittler lässt sich problemlos aus dem Weg schaffen und so kommen die Damen im SafeSpace-Modus geräuschlos durch einen Nicht-Plot. Das wiederum wirft die Frage auf, ob die Super-Frauen entweder einfach zu makellos für brenzlige Situationen sein müssen (es sind ja Frauen = top) oder ob neben Matt Damon nun auch narrative Antagonisten vorsichtshalber aus der Handlung geschnitten wurden. MeToo erreicht langsam aber sicher das Narrativ des Kinos.



von Lucas Curstädt