Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith goes to Washington, R: Frank Capra, USA 1939) ©sony
Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith goes to Washington, R: Frank Capra, USA 1939) ©sony

Mr. Smith geht nach Washington (USA 1939)


Aus dem Jetzt gesprochen ist MR. SMITH GOES TO WASHINGTON ein schmerzhaftes Märchen mit fatalem Ausgang und einer prophetischen Hoffnung. Zunächst schmerzhaft: weil die Geschichte um Korruption in der großen Politik wie ein süßer Traum aus fernen Zeiten anmutet, in jener fernen Zeit aber als satirisch und überspitzt wahrgenommen wurde. Dann fatal: weil das abrupte Happy-End dem Zuschauer die dann eigentlich erst beginnende Geschichte vorenthält, diese aber von der Realgeschichte bis heute weitererzählt wird: und zwar mit Schrecken und grenzenloser Fassungslosigkeit. Schlussendlich hoffnungsvoll: weil der US-Patriot Mr. Smith als moderner Sokrates die Jugend verführt und damit nicht weniger als die Agenda des Marxisten Zizek und des Maoisten Badiou umsetzt. Blicken wir heute nach Washington marschiert wieder jemand zum Capitol, aber nicht ein naiver Pfadfinder, sondern von Schusswaffen malträtierte Jugendliche, die die Lethargie der vergangenen Jahre abgelegt und sich endlich mit den unbezwingbaren Jim Taylors des 21. Jahrhunderts anlegen wollen.



von Lucas Curstädt