Lasst die Alten sterben (R: Juri Steinhart, CH 2017) ©lomotion
Lasst die Alten sterben (R: Juri Steinhart, CH 2017) ©lomotion

Lasst die Alten Sterben (CH 2017)


Ästhetisch meint dieser Film vor lauter Kraft kaum gehen zu können, so viel formaler Schnickschnack spielt sich da vor dem Zuschauer ab. Koen Mortier richtet freundliche Grüße aus. Stattdessen steht Steinharts Film Pate für eine ansteigende Geschichtsvergessenheit, deren Ergebnis, die Unkenntnis, per Kippschalter in falsches Selbstbewusstsein umgelegt wird, weil man TAXI DRIVER kennt. Doch egal, denn im SafeSpace der ironischen Doppelcodierung kann Kritik diesem postmodernen 90er-Jahre-Pastiche sowieso nichts anhaben. Pastiche ist eine degenerierte Form, eine Parodie ohne Biss und eben das ist dieser Film, der ähnlich chic-blöd ist wie seine hölzernen chic-Punks, denen nichts mehr einfällt, als ihre Smartphones zu zerstören (als wäre damit die Digitalität verstanden) und die nichts mehr können, als einen Generationskonflikt anzuzetteln (als wäre damit Revolution verstanden). Am Ende alles Schein-Debatte für einen konservativen Papa-Sohn-Streit, der zwischen Dschihadisten-Bekämpfung und Benno-Ohnesorg-Verschwörung klammheimlich den konser- vativen Coming-Of-Age Hafen ansteuert.



von Lucas Curstädt