Kim hat einen Penis (R: Philipp Eichholtz, D 2018) ©darlingberlin
Kim hat einen Penis (R: Philipp Eichholtz, D 2018) ©darlingberlin

Kim hat einen Penis (D 2018)


Gender-Trouble ist in dieser Beziehungskomödie eine ausgehöhlte Konsum-Attrappe, Freiheitsfunktion für hybride Persönlichkeiten, die sich im Nicht-Entscheiden-Wollen eine Konstante schaffen. Doch wie sich Kim den Penis nur anlegt, so verhält sich der Film zur Gender-Problematik. Zu keinem Zeitpunkt geht es um das, was Filme wie TOMBOY beschäftigt. Es geht einzig um Peniswitze in einer chaotischen Ménage-à-trois, die zu allem Überfluss den zunächst satirisch eingeschlagenen Weg viel zu schnell aus den Augen verliert, sodass nur die geschmacklose Soap-Opera-Ästhetik bleibt. Ganz sicher dekonstruktivistisch gemeint, aber im Endeffekt nur unbeholfen. Stattdessen darf jeder mal den Teilzeitpenis wichsen. In der Folge kann das Geschichtchen sich nicht recht entscheiden, ob es nun lieber männer- oder frauenfeindlich sein möchte, einigt sich schlussendlich auf ein gleichberechtigtes Unentschieden. Passend zur fehlenden Zwanghaftigkeit der Geschichte und der Haltung des Films dazu, endet dieser mit der beschwichtigenden Geste eines verlegenden Lächelns. Alles nicht so gemeint. Yolo.



von Lucas Curstädt