Ils  (Them/Sie, R: David Moreau, Xavier Palud, F/ROM 2006) ©mcone
Ils (Them/Sie, R: David Moreau, Xavier Palud, F/ROM 2006) ©mcone

Ils (F/Rom 2006)


Kinder eilen dem Schulbus nach, das nächtliche Morden liegt hinter ihnen. Der Hoodie, der gerade noch Bedrohungsmaskerade der vermummten Gestalt war, ist nun nicht mehr als Utensil eines Heranwachsenden, das zuvor angsteinflößende Geräusch ist eine simple Kinderratsche. Die großen Gestalten entpuppen sich als Zwerge und doch sind sie Mörder, zweifellos. Um jedes psychologische Profil entkleidet, werden die um das Kind-Sein erweiterten Menschenjäger in ihrem anonymen Status belassen. Dies ist Methode in ILS, einem Thriller, der das Personalpronomen dritte Person Plural als unbestimmten Verweis auf das Fremde und Feindliche im Titel führt und damit Horror als Ur-Angst vor dem Unbekannten definiert. Während der britische Film EDEN LAKE medial-politische Hetzjagd auf verwahrloste Jugendliche und Proletarier betreibt, fügt ILS dagegen dem Bürgertum deutliche Blessuren zu: es sind die Kinder, die die Lehrerin töten, weil sie nicht spielen will. Wo EDEN LAKE Angst vor der verrohten Unterschicht macht, macht dieser Film Angst vor dem antibürgerlichen Kind als solchem.



von Lucas Curstädt