Glass (R: M. Night Shyamalan, USA 2019) ©disney
Glass (R: M. Night Shyamalan, USA 2019) ©disney

Glass (USA 2019)


Nach der exzellenten Meta-Reflexion in UNBREAKABLE über den Status des Comics in der Kultur und der Rolle des Helden in der Gesellschaft gelingt dem bereits zur persona non grata denunzierten Shyamalan mit dem soliden Genre-Thriller SPLIT im Gepäck ein überzeugendes Ende seiner The Eastrail 177 Trilogie. Ein deswegen sehenswerter Abschluss, weil er die binären Strukturen – (Über-)Gut und (Über-)Böse – der Superhelden-Narrative von jenem konservativen Element überstrahlen lässt, welches immer in diesem Genre vorherrschend war, aber eigentlich nicht nur Sprache kommen darf: die Sicherung des status quo, das Aufrechterhalten einer Norm, einer Mitte, die das Potenzielle begrenzen soll – wie zuletzt in BLACK PANTHER. Shyamalans Film ist also intelligent, wenn auch in letzter Konsequenz nicht mutig genug. Er ist aber vor allem klug in der Beschwörung von Spannung und stilsicher in der Inszenierung von Action. Diese spielt zuerst mit der Erwartung an eine Überwältigungsästhetik des Superheldenfilms, bricht damit aber und bietet so dem Auge des Zuschauers tatsächlich etwas zu sehen.



von Lucas Curstädt