Generation Wealth (R: Lauren Greenfield, USA 2018) ©barnsteinerfilm
Generation Wealth (R: Lauren Greenfield, USA 2018) ©barnsteinerfilm

Generation Wealth (USA 2018)


Greenfields GENERATION WEALTH über reiche Menschen der 90er und 00er Jahre ist eine wenig interessante Dokumentation über Dekadenz und Kulturindustrie, da der Film mit seiner moralischen Kommentierung, der anthropologischen Mutmaßung und der biederen Wertekritik wenig Neues anzubieten hat. Unfreiwillig weckt der Film als Prediger einer immateriellen Ideologie Interesse, die sich der Super-Reiche leider nicht kaufen kann: Familie, Werte, Natur, Liebe, bla. Zurück zu den Wurzeln skandiert die Doku und verkommt prompt zum Therapiegespräch, sowohl über die Wehwehchen der Reichen und Schönen, als auch über die Familie der Regisseurin, deren Arbeit wohl so manche gemeinsame Runde Monopoly verhindert hat. Dass Greenfield nach 25 Jahren als Fotografin keinen Gedanken daran verschwendet, wie Reichtum und Fotografie sich aus medientheoretischer Perspektive bedingen könnten, bildet einen dunklen Fleck des Films. Der andere Fleck ist die materialistische Armut, die ins Außen der Bilder verschoben wird, um im Inneren Werte-Armut zu betrauern. Patentlösung dafür: Familie, Familie, Familie.



von Lucas Curstädt