Eden Lake (R: James Watkins, GB 2008) ©universum
Eden Lake (R: James Watkins, GB 2008) ©universum

Eden Lake (GB 2008)


In seiner ideologischen Dimension ist EDEN LAKE durchaus subversiv. Denn nie wird die Frage nach dem Warum für Prekarisierung, Verwahrlosung, Verrohung und häusliche Gewalt gestellt, sondern nur seine Folgen gezeigt, der entsetzliche Terror, der an einem selbstredend bürgerlichen Paar begangen wird. Die Angst vor der Unterschicht dient dem Horrorfilm als Folie für ein in der Tat spannendes Katz-und-Maus-Spiel, welches am Ende die Idee ‚Kindheit’ sang und klanglos als ein Gewaltprodukt seiner proletarischen Väter und der um sich greifenden Mediatisierung brandmarkt und damit Helikopter-Eltern beipflichtet. Sündenböcke werden immer gerne ganz unten gesucht, egal ob alleinerziehende Mütter, randalierende Jugendliche (Unruhen in London 2011) oder eben perverse und böse Arbeiter, die das Werk ihrer Söhne vollenden. Als Horrorfilm mag das wunderbar funktionieren, doch wenn dessen Trumpf das Ausspielen der Angst vor dem Unbekannten ist, dann spielt dieser Film Bevölkerungsgruppen symbolisch gegeneinander aus und wird so selbst zum Prekarisierer.



von Lucas Curstädt