Carmen & Lola (R: Arantxa Echevarría, E 2018) ©exground
Carmen & Lola (R: Arantxa Echevarría, E 2018) ©exground

Carmen & Lola (E 2018)


Eigentlich stehen in der Geschichte der Oper und in der des Films die Namen der beiden Liebenden für einen ganz anderen Typen, nämlich für den weiblichen Männerverführer, ganz egal ob es Don José oder Professor Immanuel Rath trifft und zugrunde gehen lässt. In diesem klassischen Melodram im modernen Gewand trifft aber die Liebe nun die beiden Frauen selbst, deren Geschichte sich von der vorsichtigen und schüchternen Annäherung bis hin zum wütenden Ausbruch aus jenen gesellschaftlichen Strukturen bewegt, die diese Beziehung zur Sünde machen will. Sensibel ist dieser Film und ebenso gespielt, wenngleich die unnötig unruhige Handkamera dies nicht immer ist. Ebenso ist es zu verzeihen, dass es Regisseurin Echevarría den schlussendlichen Mut zur Tragödie fehlt und sie diese zugunsten eines Ausbruchs in die Weite verstreichen lässt. Ein darin symptomatisches Ende für einen schönen Film, der so deutlich mit der Metapher des aus dem Käfig ausbrechenden Vogels spielt, dass wir ihm glauben wollen, dass da draußen im Freien für die beiden wirklich alles gut gehen wird.



von Lucas Curstädt