Black Panther (R: Ryan Coogler, USA 2018) ©disney
Black Panther (R: Ryan Coogler, USA 2018) ©disney

Black Panther (USA 2018)


In der Synchronisation von BLACK PANTHER heißt es wiederholt und mit Vehemenz: Wakanda über alles! Ein deutscher Schelm, wer Böses dabei denkt, aber einen solch plumpen Nationalismus gilt es – egal welche Hauptfarbe hier martialisch brüllt – anzuprangern. Dieser Film fällt überhaupt durch fragwürdige politische Ansichten auf: Mythologie, Ahnenkult und Monarchie, aber auch Technokratie, Positivismus und Fortschrittsglaube vermengen sich zu einer Fantasie-Gesellschaft, deren reaktionären Protektionismus Marvel aber einfach ignoriert. Stattdessen wird sich darauf fokussiert, die historische Figur des Nat Turner als Antagonisten zu entwerfen, um revolutionäres Streben als rachedurstigen Gewaltakt zu brandmarken. In dieser Hinsicht steht das Studio seinen Fans in Nichts nach, nämlich in Sachen Ignoranz und Berufsblindheit. Erst nach dem Film hisst dieser reaktionäre Superheldenfilm humanistische und liberale Fahnen, nichts unglaubwürdiger als das. Ein Taschenspielertrick also, sinnbildlich für den gesamten Film, der nur die Hautfarbe, aber nicht die Ideologie wechselt.



von Lucas Curstädt