Being There (Willkommen, Mr. Chance R: Hal Ashby, USA/BRD 1979) ©warner
Being There (Willkommen, Mr. Chance R: Hal Ashby, USA/BRD 1979) ©warner

Being There (USA/BRD 1979)


Als Mediensatire steht Ashbys BEING THERE direkt neben Lumets NETWORK (1976), ersterer eine feinfühlige Tragödie über die Verquickung von Macht und Repräsentation, letzter eine wütende Abrechnung mit dieser. Doch BEING THERE gewinnt an Dimensionen, liest man den Film als Charakterstudie und damit als (Ent-)Zerrspiegel unserer Gegenwart. Tatsächlich erzählt Ashby unbeabsichtigt eine Trump-Utopie. Nicht eine hochgeborene, selbstsüchtige Einfalt kommt mit Lügen und Zwietracht an Macht, sondern ein simpler, aber gutmütiger Gärtner der Bourgeoisie: ein guter Zwilling des amtierenden Präsidenten. Beide sind sie weiß, können nicht lesen, nicht schreiben, wollen Fernsehen schauen. Beide werden zur politischen Hoffnung stilisiert und doch wissen beide nicht um was es eigentlich geht. Chance und Trump haben keine Ahnung von Politik und doch treffen sie einen Nerv. Beide bieten sie einfache Philosophien, Chance aber steht auf der Seite des göttlichen Lichts. Die letzte Szene verdeutlicht dies. Dann wandert er über das Wasser. Die Utopie ist perfekt, die wir so sehnsüchtig brauchen.



von Lucas Curstädt