Bad Times At The El Royale (R: Drew Goddard, USA 2018) ©fox
Bad Times At The El Royale (R: Drew Goddard, USA 2018) ©fox

Bad Times At The El Royale (USA 2018)


Merkwürdigerweise beichtet am Ende der von Schuldgefühlen geplagte Vietnamveteran Miles Miller all seine Verbrechen beim falschen Priester, obgleich dieser eine echte Heilige an seiner Seite hat. Denn das ist sie, die zweifellos begabte, aber — Achtung: böser Produzent! — nicht berühmt gewordene Sängerin Darlene Sweet, die im Laufe des Films von einer Randfigur zu seinem ideologischen Zentrum avanciert. Sündenfrei und makellos unter Missetäter*innen jeder Art erscheint sie wie Jesus in weiblich und schwarz. Zwar schlägt sie einmal dem angeblichen Priester auf den Kopf, wenn er sie zu betäuben versucht, aber wer würde der bedrohten Frau solch eine Versicherungsmaßnahme als Schuld anrechnen? Darlene weiß ihre Würde zu behalten und vermeintlich coole Arschlöcher als Nichtigkeiten zu entblößen, aber es mangelt ihr an dem winzigen Fehler, der eine gleichmäßige, unbelebte Schönheit zu einer reizenden umwandelt. Menschliche Unvollkommenheit wird hier sicherheitshalber durch ethische Unangreifbarkeit ersetzt und so bleibt im Endeffekt nur Darlenes unerklärbar ergreifender Gesang überzeugend.



von Maryna Zaporozhets